Zeiss, Carl

dt. Mechaniker, Entwickler von Mikroskopen und Unternehmer

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Zeiss, Carl
Kurz & Kompakt
Raum-Nr.
B1W1-B001-N001-M002-F001
Index
000001
  • Geburtstag:
    11. September 1816
  • Geburtsort:
    Weimar (Thüringen)
  • Geburtsland:
    Deutschland
  • Sterbedatum:
    03. Dezember 1888
  • Sterbeort:
    Jena
  • Sterbeland:
    Deutschland

Carl Zeiß entstammt einer Großfamilie und wurde am 11.09.1816 in Weimar geboren. Sein Vater war Kunstdrechslermeister und seine Mutter kam aus einer den Geistes- und Rechtswissenschaften zugeneigten Familie mit bekannten Persönlichkeiten wie etwa Christiane Vulpius, der Ehefrau Goethes.

Jugendzeit und Ausbildung

Die Ausbildung der Kinder war den Eltern wichtig, weshalb Carl Zeiß zum Gymnasium ging. Seine Geschwister studierten und wurden Lehrer. Parallel zur Schule besuchte er die Gewerbeschule und fand seinen Traumberuf Mechaniker. Um diesen Beruf zu erlernen, ging Zeiß nach Jena und ließ sich von Friedrich Körner ausbilden. Nebenbei studierte Zeiß noch an der Universität.

Nach der Lehre arbeitete Zeiß zunächst im Maschinenbau und ging – wie damals üblich – auf die Wanderschaft. In diesen sieben Jahren machte er unter anderem Station in Stuttgart, Darmstadt, Wien und Berlin.

Die erste Werkstatt

Zeiß entschloss sich nach dieser Zeit, den wissenschaftlichen Apparatebau in Selbständigkeit auszuüben. Hierzu ging er wieder nach Jena zurück. An der dortigen Universität arbeitete der Botaniker Schleiden, welcher Zeiß darüber informierte, dass gerade im wissenschaftlichen Bereich erstklassige Mikroskope benötigt würden.

1846 gründete Zeiß seine Werkstatt für die Herstellung und den Verkauf mechanischer und optischer Geräte. Ein Jahr später begann er mit der Herstellung von Mikroskopen, die aufgrund ihrer Innovation schnell marktführend waren. So begesiterte die Käufer, dass die Trägerplatte nicht stets neu justiert werden musste, sondern sich der Okularsockel bewegen ließ. Damit lies sich das Mikroskop leichter einstellen [1].

Der Aufstieg des Unternehmens
 
Beruflich lief es für Zeiß sehr gut. Die Auftragslage war stetig gestiegen, so dass er sein Unternehmen erweitern musste. Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben und stets Spitzenprodukte fertigen zu können, arbeitete er unter anderem mit dem Physiker Ernst Abbe zusammen [2]. Durch diese Zusammenarbeit flossen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem Bereich der Physik mit in die Entwicklung ein.

Die Nachfrage an den Zeißchen Apparaten riss nicht ab, so dass die Absatzzahlen stetig stiegen. Zeiß erkannte seinen Erfolg und expandierte, so dass unter anderem Niederlassungen im Ausland gegründet wurden. Aber auch der Anspruch an seine Produkte stieg, sowohl seitens der Kunden als auch von Zeiß selbst. Die Preise stiegen. Im Jahr 1872 zahlte man rund 172 Taler für das Spitzenmikroskop, ein Jahr später schon fast das Dreifache.  [3].

Als Arbeitgeber legte Zeiß viel Wert darauf, dass seine Angestellten hart (08:00 Uhr bis 19:00 Uhr) arbeiteten und loyal waren. Alle Angestellten, die in die Entwicklung eingebunden waren, mussten einen Eid zur Verschwiegenheit leisten. Allerdings wusste er auch, dass zufriedene Mitarbeiter die Grundlage für sein Unternehmen und dessen Erfolg waren. So gründete er 1875 eine eigene Krankenkasse. [4].

Privatleben und Gesundheit

Zeiß war zwei Mal verheiratet. Seine erste Frau starb bei der Geburt des Sohnes nach nicht einmal einem Jahr Ehe. Mit seiner zweiten Frau hatte Zeiß ebenfalls einen Sohn und zwei Töchter [5].

Im Jahr 1885 erlitt Zeiß einen Schlaganfall. Von diesem konnte er sich jedoch rasch wieder erholen und stieg wieder in die Geschicke des Unternehmens ein. Ein Jahr später hatte man in Jena die Marke von 10.000 Mikroskopen erreicht. Kurz darauf verließen Zeiß aber die Kräfte und sein Körper baute sehr schnell ab. Nach weiteren Schlaganfällen verstarb Zeiß schließlich im Alter von 72 Jahren am 03.12.1888 in Jena [6].

 

Quellenangaben:

[1] Dippel, L.: Das Mikroskop und seine Anwendung. Erster Teil: Bau, Eigenschaften, Prüfung, gegenwärtiger Zustand, Gebrauch (Allgemeines) u.s.w. Vieweg, Braunschweig, 1867
[2] Auerbach, Felix: Ernst Abbe. Sein Leben, sein Wirken, seine Persönlichkeit nach den Quellen und aus eigener Erfahrung geschildert. Akademische Verlags-Gesellschaft, Leipzig 1918
[3] Stolz, Rüdiger; Wittig, Joachim; Schmidt, Günter: Carl Zeiss und Ernst Abbe: Leben, Wirken und Bedeutung; wissenschaftshistorische Abhandlung, Universitätsverlag, Jena, 1993
[4] Schomerus, Friedrich: Geschichte des Jenaer Zeisswerkes. 1846-1946, Piscator, Stuttgart 1952
[5] Zeiss, F.; Friess, H.: Carl Zeiss und seine Sippe. Eine Sammlung geneologischer Tatsachen, herausgegeben aus Anlass des 150. Geburtstages des Werksgründers, Starke, Limburg 1966
[6] Paetrow, Stephan; Wimmer, Wolfgang: Carl Zeiss: eine Biografie: 1816-1888, herausgegeben vom Zeiss-Archiv, Carl Zeiss AG, Böhlau, Köln, Weimar, Wien, 2016