Roosevelt, Theodore

US-amerikanischer Politiker, 26. Präsident der USA

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Roosevelt, Theodore
Kurz & Kompakt
Raum-Nr.
B1S1-P002-A002-P190-Z018
Index
000003
  • Geburtstag:
    27. Oktober 1858
  • Geburtsort:
    New York, NY
  • Geburtsland:
    Vereinigte Staaten
  • Sterbedatum:
    06. Januar 1919
  • Sterbeort:
    Oyster Bay, NY
  • Sterbeland:
    Vereinigte Staaten

Der politische Cowboy, der die Republikaner zügelte

Theodore Roosevelt, einer der vielfältigsten US-Präsidenten, der als "aggressiver Cowboy-Politiker" in die Geschichte eingehen sollte, wurde am 27. Oktober 1858 in New York geboren. Der Sohn Theodore Roosevelt Seniors und seiner Frau Martha verbrachte die ersten Jahre seiner Kindheit gemeinsam mit seinen Eltern, seinem Bruder und seinen zwei Schwestern in New York, wo sein Vater als Geschäftsmann tätig war. [1]  

Aufgrund einer Asthma-Erkrankung erhielt er Privatunterricht zu Hause, bevor er sich an der Harvard-Universität Studien der Politik- und Geschichtswissenschaften widmete. Später setzte er seine Ausbildung an der Jura-Fakultät der Columbia fort. Aufgrund seiner Krankheit und Kurzsichtigkeit wurde der junge Theodore zum Opfer von Hänseleien, was sich maßgeblich auf seine Charakterentwicklung auswirkte. Um der Demütigung durch seine Kollegen nicht hilflos entgegenzustehen, nahm er Boxunterricht und übte sich in Sportarten wie Reiten und Football, was zur Steigerung seines Selbstbewusstseins beitrug und wichtige Impulse für seinen späteren Werdegang setzte. [2]

Nachdem er sich bereits in jungen Jahren intensiv mit dem Verfassen historisch-politischer Arbeiten beschäftigt hatte, wird Roosevelt 1881 als Vertreter der Republikaner ins US-Parlament gewählt. Mit 23 Jahren ist er das jüngste Parlamentsmitglied und erlangt bereits nach kurzer Zeit Bekanntschaft durch seine strikte Haltung gegen Korruption. [3]

1884 bewegte ihn der Tod seiner Gattin, Alice Hathaway Lee, dazu, sein bisheriges Leben zurückzulassen und als Cowboy in Dakota zu leben. Diese Phase seines Lebens erweist sich als prägend und führt 1898 dazu, dass er nach der Kriegserklärung an Spanien ein Heer aus Sportreitern und Cowboys zusammenstellt, das als Regiment der "Rough Riders" in die Geschichte eingeht und im Kampf um Kuba eine wichtige Rolle spielte. [4]

Dies trägt zu seinem Ruf als "aggressiver Cowboy-Politiker" bei, der dem nachhaltigen und von Fairness geprägten Führungsstil Roosevelts keine Rechnung trägt. Dennoch wird er zur Symbolfigur des militärischen Erfolges und seine Wahl zum Gouverneur des Staates nach seiner Rückkehr spricht für seinen Status in der Gesellschaft.

In seiner Stellung als Gouverneur führte er einige Reformen durch, die einigen Mitgliedern seiner eigenen Partei ein Dorn im Auge sind. Aus diesem Grund wird er als Vizepräsident seines Kollegen McKinley eingesetzt, mit dem er gemeinsam einen klaren Sieg erringt. [5]

Nach der Ermordung McKinleys wird Roosevelt 1901, im Alter von 41 Jahren, zum jüngsten Präsidenten Amerikas. [6]

Seine Regierungszeit ist von Maßnahmen gegen Großkonzerne und Korruption, sowie vom Aufbau einer Zentralregierung geprägt und er beweist sein Pflichtbewusstsein als Vermittler indem er im Kohlenarbeiterstreik 1902 die Arbeitgeber zur Schlichtungslösung zwingt. [7] Im folgenden Jahr treibt er die Planung des Panama-Kanals voran und etabliert die Regierung der USA in der kolumbianischen Provinz Panama. 1904 tritt er seine zweite Amtszeit an und stellt diese in das Zeichen der Vermittlung zwischen Russland und Japan. Seine Bestrebungen werden 1906 mit dem Friedensnobelpreis belohnt. [8]

Bei der nächsten Präsidentschaftswahl verzichtet der Politiker auf eine erneute Kandidatur und beginnt eine Rundreise durch Europa. Nach seiner Rückkehr sieht er sich in einen Konflikt zwischen den beiden Richtungen der Republikaner verwickelt. Mit der Gründung der "progressive party" entscheidet er sich, gegen Präsident Taft anzutreten. Damit begünstigt er jedoch den Demokraten Wilson, der ihm nach Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg die Aufstellung einer eigenen Kampfeinheit gegen Mexiko untersagt. [9]

1917 kommt es infolgedessen zu einem persönlichen Angriff Roosevelts gegen den Präsidenten, der ihm die Führung des Freiwilligentrupps an der Front verweigerte. Damit wird er kurz vor seinem Lebensende noch einmal seinem Ruf als "aggressiver Politiker-Cowboy" gerecht, der viele seiner sozialen Reformen in den Schatten stellt. [10]

Am 6. Januar 1919 verstirbt der 60-Jährige im Schlaf auf seinem Anwesen in Oyster Bay. [10] Er hinterlässt sechs Kinder, wobei die erste Tochter aus der Ehe mit Alice Hathaway hervorgeht und er mit Edith Kermit Carow vier Söhne und eine Tochter zeugte. Die Operation, der er sich aufgrund seiner Kriegsverletzungen unterziehen musste, überlebte er nur knapp. Zudem litt er unter dem Tod seines jüngsten Sohnes Quentin, der 1918 im Krieg gefallen war.

Roosevelt geht als Repräsentant des Jungen Amerikas in die Geschichte ein, der sich der Bändigung des Kapitalismus verschrieben hatte und "Die guten alten Leitbegriffe Ehre, Anstand, Rechtschaffenheit" in der Gesellschaft verankert sehen wollte. [11]


Quellenangaben:

[1] Roosevelt, Theodore: An Autobiography. The Floating Press, 2014, S.11
[2] Roosevelt, Theodore: An Autobiography. The Floating Press, 2014, S.49
[3] Morris, Edmund. Theodore Roosevelt. New York: Random House,  2010, S.144
[4] Roosevelt, Theodore:  An Autobiography. The Floating Press, 2014, S.268
[5] Roosevelt, Theodore:  An Autobiography. The Floating Press, 2014, S.332
[6] Watts, Sarah: Rough Rider in the White House. Chicago: University of Chicago Press, 2003, S.133
[7] Morris, Edmund. Theodore Roosevelt. New York: Random House,  2010, S.870
[8] Morris, Edmund. Theodore Roosevelt. New York: Random House,  2010, S.740
[9] Roosevelt, Theodore: An Autobiography. The Floating Press, 2014 S.309
[10] https://www.dhm.de/lemo/biografie/theodore-roosevelt
[11] Manig, Bert Oliver: Vor 100 Jahren gestorben. Theodore Roosevelt – Moderner Politiker konservativer Prägung. deutschlandfunk. de 2019.: https://www.deutschlandfunk.de/vor-100-jahren-gestorben-theodore-roosevelt-moderner.871.de.html?dram:article_id=437217

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