Krenz, Egon

SED-Generalsekretär und ehem. Staatsratsvorsitzender der DDR

Signatur: in Zwischenablage gespeichert


Krenz, Egon
Kurz & Kompakt
Raum-Nr.
B1S1-P002-A002-P035-S003
Index
000003
  • Geburtstag:
    19. März 1937
  • Geburtsort:
    Kolberg (Pommern)
  • Geburtsland:
    Deutschland

Egon Krenz (* 19. März 1937 in Kolberg, Pommern) ist ein deutscher Politiker aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und war das letzte Staatsoberhaupt der DDR. Im Oktober 1989 trat er in dieser Funktion die Nachfolge von Erich Honecker als Vorsitzender der Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) an. Dieses Amt währte jedoch aufgrund des Zusammenbruchs der DDR nur wenige Wochen. [1]

Herkunft und Anfänge

Krenz wurde 1937 in der Stadt Kolberg (Pommern) geboren, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine polnische Stadt wurde. Seine Familie wurde 1945 nach dem Vormarsch der Roten Armee und der Eroberung Kolbergs aus dem Gebiet nach Berlin vertrieben. Er wuchs in der neu geschaffenen Deutschen Demokratischen Republik auf und trat 1955 der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei.

Politische Karriere

Im Laufe der Jahre bekleidete er Funktionen als Generalsekretär der Freien Jugend (FDJ) und war Stellvertreter und Mitglied des Zentralkomitees der SED. 1983 wurde er zum jüngsten Mitglied des Politbüros gewählt. Schon damals wurde spekuliert, dass ihm Honecker als möglicher politischer Erbe den Weg bereitete. Krenz besuchte die Bundesrepublik zum ersten Mal im Juni 1989, als er vom saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine eingeladen wurde. [2]

Nachfolger von Erich Honecker

Nach den öffentlichen Mobilisierungen gegen das Regime Ende 1989 musste Erich Honecker am 18. Oktober zurücktreten und wurde sowohl im SED-Generalsekretariat als auch in der DDR-Landeszentrale von Egon Krenz abgelöst. Er versprach, demokratische Reformen durchzuführen, war aber für einen glaubhaften Neuanfang durch seine politische Vergangenheit zu sehr belastet. Während seiner Amtszeit fiel die Berliner Mauer und die Staatsstruktur der DDR brach zusammen. Tausende gingen auf die Straße, um seinen Rücktritt zu fordern. Krenz konnte die Abwanderung von Hunderttausenden von Deutschen durch Ungarn und die Tschechoslowakei nicht verhindern. [3]

Angesichts dieser Situation legte Krenz am 7. Dezember desselben Jahres alle Ämter nieder und wurde durch den Liberaldemokraten Manfred Gerlach ersetzt. 1990 wurde Krenz zudem aus der aus der SED hervorgegangenen neuen Partei des demokratischen Sozialismus (PDS) ausgeschlossen. Damit wollte sich diese von ihrer kommunistischen Vergangenheit lösen. [4]

Nach der Wiedervereinigung

1997 wurde Egon Krenz wegen der Mauertoten von den Behörden angeklagt. Krenz legte gegen das Urteil Berufung ein und machte geltend, er könne wegen Ereignissen in der DDR nicht nach dem Recht der Bundesrepublik vor Gericht gestellt werden. Das Urteil von sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe wurde 1999 von der deutschen Justiz allerdings bestätigt und Egon Krenz inhaftiert. Nach Verbüßung von knapp vier Jahren seiner Haftstrafe wurde Krenz 2003 auf Bewährung entlassen und zog sich in die mecklenburgische Stadt Dierhagen zurück. [5]

Heute ist Krenz als Buchautor tätig und gefragter Redner bei vielen Veranstaltungen.


Quellenangaben:

[1] Bahrmann, Hannes: Finale – Das letzte Jahr der DDR, 1.Auflage, Ch. Links Verlag, 2019, S.164 ff.
[2] Weber, Hermann: Geschichte der DDR, 2.Auflage, AREA Verlag, Potsdam, 2004, S.240 ff.
[3] Bahrmann, Hannes: Finale – Das letzte Jahr der DDR, 1.Auflage, Ch. Links Verlag, Berlin, 2019, S.203 ff.
[4] Henrich-Franke, Christian: Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Von der Gründung 1949 bis zur Gegenwart, 1.Auflage, Marix Verlag, Wiesbaden, 2019, S.188
[5] Keller, Iris: Die strafrechtliche Aufarbeitung von DDR-Justizunrecht, 1.Auflage, Peter Lang, Frankfurt am Main, 2013, S.640

 

Weitere Objekte (3)

Honecker, Erich

dt. Politiker, SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsi

Ulbricht, Walter

dt. Politiker, ehem. Staatsratsvorsitzender der DDR

Stoph, Willi

dt. Politiker und ehem. Staatsratsvorsitzender der DDR