Reed, Walter

amerik. Militärarzt und Mikrobiologe

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Reed, Walter
Kurz & Kompakt
Raum-Nr.
B1N1-M001-A001-A001-M001
Index
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  • Geburtstag:
    13. September 1851
  • Geburtsort:
    Belroi, Virginia
  • Geburtsland:
    Vereinigte Staaten
  • Sterbedatum:
    22. November 1902
  • Sterbeort:
    Washington, D.C.
  • Sterbeland:
    Vereinigte Staaten

Walter Reed (13. September 1851 – 23. November 1902) war ein amerikanischer Militärarzt, der die Ursache von Gelbfieber bekanntmachte und damit die Vorbeugung ermöglichte.

Herkunft und frühe Jahre

Reed war Sohn eines Pastors, Lemuel Sutton Reed, und Pharaba geb. White. Nach seinem Schulabschluss in Charlottesville absolvierte er 1869 als jüngster Absolvent das Medizinstudium der Virginia University. Daraufhin wurde er Praktikant am Brooklyn City Hospital. 1874 lernte er auf einer Reise zu seinem Vater seine zukünftige Frau kennen, Émilie Lawrence.

1875 beschloss Reed, dem Sanitätskorps der US-Armee beizutreten. Dies ermöglichte ihm sowohl berufliche Aufstiegsmöglichkeiten als auch finanzielle Sicherheit, eine Familie zu gründen. In den folgenden 16 Jahren wurde Reed von der Armee verschiedenen Standorten zugewiesen, an denen er nicht nur für das amerikanische Militär und seine Angehörigen verantwortlich war, sondern auch für verschiedene amerikanische Ureinwohnerstämme. [1]

Arbeit als Bakteriologe

Nachdem er einen Kurs in Pathologie und Bakteriologie am Johns Hopkins University Hospital absolviert hatte, wechselte Reed 1893 an die neu gegründete Army Medical School in Washington, wo er eine Professur für Bakteriologie und klinische Mikroskopie übernahm. Neben seiner Lehrtätigkeit verfolgte er medizinische Forschungsprojekte und war Kurator des Army Medical Museum, das später zum Nationalen Museum für Gesundheit und Medizin (NMHM) wurde.

Während des Spanisch-Amerikanischen Krieges 1898 reiste Reed nach Kuba, um eine Typhusepidemie in Lagern der US-Armee zu untersuchen. Reed zeigte, dass der Kontakt mit Fäkalien und mit Fliegen kontaminierter Nahrungsmittel zu dieser Epidemie führte. [2]

Erforschung der Gelbfieberübertragung

Im Mai 1900 kehrte Reed nach Kuba zurück, wo er zum Chef einer medizinischen Kommission zur Untersuchung der Gelbfieberursache ernannt wurde. Reed wies dabei die Übertragung des Gelbfiebers durch Mücken nach. Damit widerlegte er die allgemeine Annahme, dass Gelbfieber durch Kleidung und Bettzeug übertragen werden könne, die mit Körperflüssigkeiten von Gelbfieberkranken verschmutzt waren.

Die riskante, aber fruchtbare Forschungsarbeit wurde mit menschlichen Freiwilligen durchgeführt, einschließlich einiger medizinischer Mitarbeiter, die sich absichtlich infizieren ließen. Die Forschungsarbeiten mit der Krankheit unter Reeds Leitung waren damals maßgeblich dafür verantwortlich, dass die bis dahin hohe Sterblichkeitsrate durch Gelbfieber während des Baus des Panamakanals stark gesenkt werden konnte.

Obwohl Reed in den Geschichtsbüchern einen Großteil der Anerkennung dafür erhielt, dass er Gelbfieber "besiegt" hatte, schrieb er dem kubanischen Arzt Carlos Finlay die Entdeckung zu. Dessen Thesen zwanzig Jahre zuvor beruhten auf dem Studium antiker Maya-Manuskripte und waren bis dahin nicht anerkannt. [3]

Ehrungen

In Anerkennung seiner bahnbrechenden Arbeit erhielt Reed Ehrentitel der Harvard University und der University of Michigan. Auch in den Jahrzehnten nach seinem Tod wurde Walter Reed vielfältig gewürdigt. Eine Reihe von medizinischen Institutionen erhielten seinen Namen. Als Auszeichnung für besondere Leistungen in der Tropenmedizin wurde die Walter Reed-Medaille ins Leben gerufen. [4]


Quellenangaben:

[1] Bean, William: Walter Reed – A Biography, 2. Auflage. University Press of Virginia, Charlottesville, 1982, S.17 ff.
[2] Bean, William: Walter Reed – A Biography, 2. Auflage. University Press of Virginia, Charlottesville, 1982, S.88 ff.
[3] Kelly, Howard: Walter Reed and Yellow Fever, 1.Auflage, Kessinger Publishing, Whitefish, 2007, S.109 ff.
[4] Kelly, Howard: Walter Reed and Yellow Fever, 1.Auflage, Kessinger Publishing, Whitefish, 2007, S.312 ff.