Weber, Paul A

dt. Lithograph, Zeichner und Maler

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Weber, Paul A
Kurz & Kompakt
Raum-Nr.
B1G1-K001-A002-M001-0000
Index
000001
  • Geburtstag:
    01. November 1893
  • Geburtsort:
    Arnstadt
  • Geburtsland:
    Deutschland
  • Sterbedatum:
    09. November 1980
  • Sterbeort:
    Schretstaken
  • Sterbeland:
    Deutschland

Paul A. Weber (1.November 1893 –  9.November 1980) war ein deutscher Zeichner, Maler und Litograph.

Herkunft und Anfänge

Weber wurde 1893 im thüringischen Arnstadt geboren. Nach dem Abitur begann er für kurze Zeit ein Malereistudium an der Kunstgewerbeschule Erfurt. Von 1908 bis 1914 schloss er sich der romantischen Bewegung Jung-Wandervogel an, die ein Leben in der Natur propagierte, jenseits von normativem Gesellschaftsdruck. Währenddessen arbeitete er als Grafiker. Zu dieser Zeit erschienen auch seine ersten Lithographien. [1]

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieges diente Weber als Eisenbahnpionier im Deutschen Heer und zeichnete weiter als Karikaturist. Ab 1917 begleiteten seine Illustrationen viele Bücher, darunter Klassiker wie Till Eulenspiegel, Baron Münchhausen und Reineke Fuchs.

Sein Kriegsdienst brachte seinen Werken eine düstere Qualität. Ein wiederkehrendes Motiv in seinen Arbeiten ist die Zerstörung der natürlichen Umwelt durch Technologie. Den Tod stellt er oft in Form eines Clowns dar. Ein weiteres wiederkehrendes Motiv in seinen Werken ist das Schachspiel. [1]

Zwischenkriegszeit

1920 heiratete Weber Toni Klander. Das Ehepaar hatte fünf Kinder und ihr Sohn Christian setzte den Weg seines Vaters als Künstler fort.

1925 gründete Weber eine Druckerei, die "Clan-Presse". Ab 1928 setzte er sich aktiv gegen die extreme Rechte ein. Er arbeitete mit dem nationalbolschewistischen Widerständler Ernst Nikish an einer Zeitschrift "für nationalrevolutionäre Politik" namens "Widerstand", die 1934 verboten wurde und danach noch zwei Jahre im Untergrund fortgesetzt wurde. Seine Zeichnungen darin kritisierten die Kirche, die Kapitalisten, die Bourgeoisie, Konservative und auch Hitler. Eine berühmte Illustration mit dem Titel "Hitler – ein deutsches Verhängnis" zeigt viele Menschen, die Hakenkreuzfahnen tragen und in ein Grab mit einem riesigen Sarg fallen, der ebenfalls mit dem Hakenkreuz verziert ist. Webers Litographien dieser Zeit waren teils alptraumhaft und sagten damit eindrücklich voraus, wie die Zukunft für Deutschland aussehen würde, wenn Hitler an die Macht käme. [3]

Drittes Reich

Seit 1936 arbeitet er auch für den Hamburger Grafikverein, der von dem ehemaligen Sozialdemokraten Johannes Böse gegründet wurde. Diese Organisation veröffentlichte nicht nur seine Stiche und Zeichnungen, sondern organisierte auch später seine persönlichen Ausstellungen in den Kriegsjahren 1941 und 1943. Ab 1937 wurde Weber in verschiedenen Konzentrationslagern interniert. Nach seiner Freilassung im Winter desselben Jahres ging er in die USA nach Florida, kehrte aber 1939 aus Sorge um das Schicksal seiner in Deutschland verbliebenen Familie zurück. In der Folgezeit erstellte er sogar Zeichnungen, die von der nationalsozialistischen Propaganda verwendet wurden und erhielt einen mit 1000 Mark dotierten Preis als "bester politisch engagierter Künstler". In diesen Werken propagierte Weber die deutsche Sache im Zweiten Weltkrieg und kritisierte den "britischen Imperialismus". Im letzten Kriegsjahr wurde Weber zur Wehrmacht eingezogen und mit der Niederlage der Nationalsozialisten befreit. [4]

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg spielten in Webers Bildern wieder Angst, Tod, Wahnsinn und Zerstörung der Umwelt eine Hauptrolle. Seine Arbeit wurde sehr geschätzt, 1955 erhielt er den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, 1963 folgte die Verleihung der Hans-Thom-Medaille, 1971 eine Ehrenprofessur und das Große Bundesverdienstkreuz. 1973 eröffnete anlässlich seines 80. Geburtstags das A. Paul Weber-Museum auf der Domhalbinsel in Ratzeburg. [5]


Quellenangaben:

[1] Schumacher, Helmut: A. Paul Weber – Leben und Werk in Texten und Bildern, 1.Auflage, Mittler & Sohn, Hamburg, 2003, S.19 ff.
[2] Schumacher, Helmut: A. Paul Weber – Leben und Werk in Texten und Bildern, 1.Auflage, Mittler & Sohn, Hamburg, 2003, S.69 ff.
[3] Wolandt, Gerd: A. Paul Weber – Künstler und Werk, 1. Auflage, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main, 1983, S.144 ff.
[4] Wolandt, Gerd: A. Paul Weber – Künstler und Werk, 1. Auflage, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main, 1983, S.210 ff.
[5] Schumacher, Helmut: A. Paul Weber – Leben und Werk in Texten und Bildern, 1.Auflage, Mittler & Sohn, Hamburg, 2003, S.302 ff.

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